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Arbeitsgruppe II

Bereits seit dem Jahr 2001 widmet sich der Landespräventionsrat mit einer eigenen Arbeitsgruppe dem Thema „Gewalt im häuslichen Bereich“.

Die Arbeitsgruppe erhielt den Auftrag, einen Landesaktionsplan zur Bekämpfung der Gewalt im häuslichen Bereich zu erarbeiten. Dem ist sie nachgekommen und hat einen Empfehlungskatalog erarbeitet, der die angesprochenen Politik- und Handlungsfelder konkretisiert (Download des Landesaktionsplanes unter dem Menüpunkt „Materialien“). Eine Kernforderung des Landesaktionsplanes war die Einrichtung einer Landeskoordinierungsstelle.

Mit Erstellung des Landesaktionsplanes und damit der Erfüllung des der Arbeitsgruppe erteilten Auftrages hat diese ihre Arbeit nicht eingestellt, sondern sich umstrukturiert in einen Sachverständigenbeirat der Landeskoordinierungsstelle, der dieser in regelmäßigen Sitzungen beratend und unterstützend zur Seite steht und ihre Aktivitäten kontinuierlich begleitet. Im Zuge dieser Umstrukturierung der Arbeitsgruppe hat diese sich auch personell zu einer Kern-/Steuerungsgruppe verkleinert. Die jetzigen Mitglieder spiegeln die Fachrichtungen wieder, die vom Aktionsplan angesprochen sind.

Vertreten sind damit die Wissenschaft, die Ressorts Justiz, Inneres, Soziales, die kommunalen Spitzenverbände, die kommunalen Frauenbüros, die Liga der freien Wohlfahrtspflege sowie die freien Träger der Schutz- und Beratungseinrichtungen für Frauen, Kinder und Männer wie Beratungs-/Interventionsstellen, Frauenhäuser und Deutscher Kinderschutzbund.
In zeitlich und thematisch begrenzten Unterarbeitsgruppen arbeiten weitere Fachkräfte an konkreten Aufgabenstellungen.

So wurde z.B. beginnend ab 2008 der Landesaktionsplan von einer Unterarbeitsgruppe evaluiert. Aus den Ergebnissen hat die Arbeitsgruppe Empfehlungen für einen 2. Landesaktionsplan erarbeitet. Dieser wurde 2011 durch das Kabinett der Landesregierung basierend auf den Empfehlungen ohne Änderungen beschlossen.

Zusammenfassend betrachtet, hat diese Arbeitsgruppe eine beachtliche Entwicklung vorgenommen. Standen im Jahr 1992 - dem Gründungsjahr des Landespräventionsrates - noch Überlegungen zur Gewalt im sozialen Nahbereich im Mittelpunkt, begann eine kontinuierliche Hinwendung zum Problem der häuslichen Gewalt im Sinne von Paargewalt, die als Ausgangspunkt beinahe aller Gewaltentwicklungen angesehen werden kann. Auch die inhaltliche Umgestaltung von Expertendiskussionen zur Einbindung staatlicher und nichtstaatlicher Institutionen zeigt, dass nicht mehr abstrakte Überlegungen im Vordergrund stehen, sondern konkrete Handlungsschritte in den Mittelpunkt gerückt sind.