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Frauen mit Behinderung

Zu verweisen ist auf eine aktuelle Studie zur „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ – eine repräsentative Untersuchung im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die vorliegende Studie wurde von 2009 bis 2011 von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und dem Interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (IFF) der Universität Bielefeld durchgeführt. Kooperationspartner waren die Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Frauen- und Genderforschung e.V. (GSF e.V.), das Sozialwissenschaftliche FrauenForschungsInstitut Freiburg (SOFFI.F), das Institut für Soziales Recht an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Köln und das SOKO Institut GmbH Sozialforschung und Kommunikation, Bielefeld.

Mit der Studie von Schröttle u.a. konnten erstmals repräsentative Daten zu Lebenssituation, Belastungen, Diskriminierungen und Gewalterfahrungen von Frauen mit Behinderungen erfasst werden. Die Befragung umfasste insgesamt 1.561 Frauen im Alter von 16 bis 65 Jahren, die in Haushalten und in Einrichtungen leben und starke, dauerhafte Beeinträchtigungen und Behinderungen haben. Wesentliche Ergebnisse sind:

» Frauen mit Behinderungen haben ein stark erhöhtes Risiko Opfer von Gewalt zu werden: Mit 58 bis 75 Prozent haben fast doppelt so viele Frauen im Erwachsenenalter körperliche Gewalt erlebt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt (mit 35 Prozent).

» Von sexueller Gewalt im Erwachsenenleben waren die Frauen der Befragung etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt (21 bis 44 Prozent versus 13 Prozent).

» Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend tragen maßgeblich zu späteren gesundheitlichen und psychischen Belastungen im Lebensverlauf bei: Sexuelle Übergriffe in Kindheit und Jugend durch Erwachsene gaben 20 bis 34 Prozent der befragten Frauen an. Sie waren damit etwa zwei- bis dreimal häufiger davon betroffen als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt (zehn Prozent).

» Psychische Gewalt und psychisch verletzende Handlungen in Kindheit und Jugend durch Eltern haben etwa 50 bis 60 Prozent der befragten Frauen erlebt (im Vergleich zu 36 Prozent der Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt).

Die Studie macht deutlich, dass Frauen mit Behinderungen körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt besonders stark ausgesetzt sind und vielfältige Formen von Diskriminierung und Gewalt erleiden müssen.

Vor diesem Hintergrund wurde im 2. Aktionsplan des Landes Hessen gegen häusliche Gewalt (Kabinettbeschluss vom 12. September 2011) unter Punkt 7. (Seite 7) folgendes Anliegen aufgenommen: „Die bedarfsgerechte Sicherung des Beratungs-, Hilfe- und Schutzangebotes für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen mit spezifischen Problemlagen setzt die Schaffung spezieller Angebote voraus. Besonders Mädchen und Frauen mit Behinderungen, psychischer Erkrankung und Traumatisierung, bei Wohnungslosigkeit, in häuslicher Pflege und mit Migrationshintergrund bedürfen einer stärkeren Sensibilisierung der Fachdienststellen und speziell ausgestatteter Schutzmöglichkeiten.

Downloads:
» Flyer Hessisches Koordinationsbüro für Frauen mit Behinderung barrierefrei (PDF, 174 KB)
» Flyer Hessisches Koordinationsbüro für Frauen mit Behinderung (PDF, 4,2 MB)
» Angebote des Hess. Koordinationsbüros für Frauen mit Behinderung nach Gewalterfahrung (PDF, 113 KB)
» Angebote und Leistungen des Hessischen Koordinationsbüros_für_Frauen_mit_Behinderung (PDF, 165 KB)
» Aspekte nach Gewalterfahrung (PDF, 182 KB)
» Presse Mitteilung Suse-hilft.de.pdf (PDF, 277 KB)
» Vorschläge, Verbesserung, Zugänglichkeit von Beratungsstellen für FMB (PDF, 438 KB)
» Veranstaltungen behindertengerecht gestalten (PDF, 240 KB)
» Schröttle Studie 2012 - zentrale Ergebnisse - Kurzfassung (PDF, 67 KB)
» Frauenhäuser in Hessen – Landkarte (PDF, 814 KB)